Feste Haus Bagow
Bei Päwesin am Beetzsee

Das ehemalige Gutshaus ist ein gutes Beispiel für ein so genanntes festes Haus im Renaissancestil. Inschrift von 1545. Ein zweigeschossiger, rechteckiger Backsteinbau - unter steilem Satteldach - mit einem Vorbau an der Nordseite, vielleicht der ursprüngliche Treppenturm, später als Erker verwendet. Seitlich daneben, das Portal in Renaissanceformen, unter einem schlichten Dreiecksgiebel Halbrundnischen und Hocker in den Gewänden sind Formen der Frührenaissance. Im Innern sind im Erdgeschoss zwei Räume mit Sterngewölbe und wappen-schildartigen Schlusssteinen erhalten geblieben. Über der Verbindungstür befindet sich ein in Sandstein gearbeitetes und bemaltes Bildnisrelief des Erbauers, des Herrn Albrecht von Schlieben mit Wappen, in Schaube (Amtstracht) und Barett. Da dieses Wappen auch am ehemaligen Treppenhaus auftritt gibt es über die Entstehungszeit und den Erbauer keinen Zweifel. Im 16.Jh wurde ein Wirtschaftsflügel angebaut und im 18. Jh. die Treppe verlegt und zum Erker umgebaut.

Baugeschichte:

Albrecht von Schlieben, ist 1526 mit dem Gut Bagow belehnt worden (Renaissance Reliefbildnis im alten Gutshaus). Er war Reichsgraf und kurfürstlicher Brandenburgischer Rat sowie Domdechanten zu Brandenburg. Sein Wappen ist auch im Chorherrengestühl vertreten. Er erbaute 1545 das feste Haus in Bagow. Das Wappen derer von Schlieben enthält kleine Quadrate.

Ihm folgten im Besitz nach dem 30-jährigen Krieg (1648) die von Kattes, von Stechow und von Grävenitz. Ab 1772 bewirtschaften die von Ribbecks das Rittergut. Sie wurden 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet. Die Gesamtgröße des Gutes betrug 741 ha, anfangs wurde es von der Roten Armee bewirtschaftet, aber schon 1946 wurde der Grund und Boden an 35 Vollsiedler und 10 Kleinsiedler mit je 10 ha Land (davon 3 ha Wald) übereignet. Die Nutzung zur DDR-Zeit war wechselhaft. Von 1945-63 wurde das Schloss zur Zentralschule für die Dörfer Wachow, Päwesin, Bagow und Gortz. Dann wurden nur noch Teile des Komplexes verschieden genutzt. So gab es eine Station junger Naturforscher und Techniker des Landkreises Brandenburg, einen Kindergarten für Bagow und Riewend, eine Erinnerungsstätte des Antifaschistischen Widerstandes, die 1980 zur Mahn- und Gedenkstätte umgebildet wurde und eine Touristikstation. Alle Einrichtungen wurden 1991 aufgelöst und das ganze Projekt wird Kinder- Jugend und Bildungsstätte (Kinderheim), die schon 1993 wieder geschlossen wird. 1999 kauft Hans von Ribbeck sein Gutshaus ohne Land wieder zurück. Er verpachtete es an die Gemeinde Päwesin, die es als Bürgeramt nutzt. Ein richtiges Konzept fehlt bislang.


Feste Haus Bagow Inschrift Jahreszahl


Mittelrisalt Detail Ansicht von Süden


 

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